Kurztrip nach Köln

Dennoch sollte man sich bei einem Kurztrip einen Besuch in einer der zahlreichen Altstadtkneipen oder einem der Brauhäuser nicht entgehen lassen, denn die Atmosphäre und die lockere Kölsche Art ist es, worauf es ankommt. Beim Bier ist hier übrigens doppelt Vorsicht geboten: nicht nur ist es geschmacklich eher zweifelhaft. Es ist auch noch in rauen Mengen verfügbar. Hat man sein Glas halb leer (also aufgrund der Größe der Kölsch-Stangen nach dem zweiten Schluck) stellt der Köbes einem schon das nächste hin. Wer genug hat, der lege seinen Deckel aufs Glas. Apropos Karneval: Ein Besuch während der Jecken Tage empfiehlt sich generell eher nicht, es sei denn, man will es unbedingt mal erleben. Aber die Gesellschaft sturzbetrunkener pappnasiger Kölner morgens um neun zu schwer erträglicher Schunkelmusik ist noch zweifelhafter als das örtliche Bräu.

Dom & Rom

Beim Erstbesuch sind ein paar der typischen Touristenziele Pflicht. Allen voran der Dom, der einen direkt am Hauptbahnhof empfängt. Vor allem nachts ist die rund 157 Meter hohe gotische Kathedrale, die seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, höchst beeindruckend. Wer genug Zeit hat, der mache sich an den Aufstieg, denn der Blick über die Stadt von oben ist atemberaubend.  Für Kirchenfans bietet die über 2000 Jahre alte, ursprünglich als römische Kolonie gegründete Stadt, eine Überfülle, und auch die zahlreichen historischen Überbleibsel aus römischer Zeit, die offen besichtigt werden können, sind einen Blick wert. Uns gerade im Sommer lässt sich wunderbar bei einem Kaltgetränk in einem der zahlreichen Restaurants am Rheinufer entspannen, nachdem man tagsüber durch die gemütlichen Gassen der Altstadt mit ihren renovierten historischen Gebäuden flaniert ist.

Shopping und Ausgehziele

Historisches findet sich allerorten, so die mittelalterliche Stadtmauer am Hansaring oder das Eigelsteintor, das fußläufig von dort oder dem Hauptbahnhof erreichbar ist – ebenso wie das Römisch-Germanische Museum. Shopping-Junkies finden auf der Hohe Straße und der Schildergasse zwischen Dom und Neumarkt die üblichen internationalen Ketten; alternative Einkaufsmöglichkeiten werden immer seltener, seit auch auf der einst sehr bunten Ehrenstraße die Gentrifizierung Einzug gehalten hat und die Vielfalt langsam aber sich dezimiert. Wer die Möglichkeit hat, der hänge sich aber unbedingt an Ortskundige dran. Denn wie in jeder anderen Stadt auch rümpft der Kölner über die typischen Touristenziele eher die Nase, und die wirklich schönen Ecken bekommt der Kurzzeit-Besucher ohne einheimische Hilfe gar nicht erst zu Gesicht. Vor allem zum abendlichen Ausgehen eignet sich das vergleichsweise stille Künstler- und Studentenviertel Ehrenfeld viel mehr als die Ringe in der Innenstadt mit ihren stets überfüllten und meist auch überteuerten Tanz- und Fressbuden. Die kölsche Küche ist in etwa auf dem Niveau der englischen – soll heißen: meist fettig und ungenießbar. Verhungern muss man aber trotzdem nicht, denn die Stadt ist voll mit sehr guten Restaurants aller Preisklassen.
Veröffentlicht am: 26 January 2017
Letzte aktualisierung: 12 February 2017
Autor: Redaktion
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