Mystische Märchenwelt – Island im Winter

Nordlichter

Nordlichter über Island

Wer schon in Deutschland im Winter unter der Dunkelheit leidet, mag es für dämlich halten, dann in ein Land zu reisen, in dem die Sonne im tiefsten Winter für gerade mal vier Stunden über den Horizont kraxelt. Aber die Dunkelheit in Island ist anders. Die Isländer nutzen Beleuchtungen sehr großzügig. Und Lichterketten und Co. kommen hier fast in der gesamten dunklen Zeit zum Einsatz. Außerdem erscheinen in dieser Jahreszeit die Nordlichter – Aurora borealis -, die am nachtdunklen Himmel ein unglaubliches Farbspektakel bieten.

Zauberhafte Sonnenstunden

Wintersonne

Wenn sich die Sonne tatsächlich mal durchkämpft, dann bietet auch die Winterlandschaft in Island wunderbare Farben: Der weiße Schnee glitzert in der Sonne und hier und da schimmert der braun-schwarze Boden durch, auf den Wiesen stehen die goldenen Reste der grünen Gräser aus dem Schnee heraus und der Himmel ist hellblau bis eisgrau und wird von der untergehenden Sonne nach und nach gelb und rot beleuchtet.

Eisige Kälte und warmen Quellen

Warme Quelle Island

Zwar liegen in Island auch im Dezemer und Januar die durchschnittlichen Temperaturen nur knapp unterhalb des Gefrierpunktes, doch durch den oft eisigen Wind fühlt es sich deutlich kälter an. Aber das Schöne ist: Überall in Island gibt es heiße Quellen, in denen man baden kann und sich auch draußen wunderbar von der winterlichen Kälte wieder auf Temperatur bringen kann.

Auch im Winter ins Freibad

Menschen baden in warmer Quelle

Was bei uns nur kälteresistente Kampfschwimmer machen, ist in Island Gang und Gäbe: auch im Winter wird ausgiebig im Freien gebadet. Das ist natürlich schlichtweg den heißen Quellen geschuldet, bei angenehmen Wassertemperaturen um die 38 Grad Celsius kann man sich ewig im Freien aufhalten. Allerdings ist es manchmal empfehlenswert im Wasser eine Mütze zu tragen, sonst kann es schon vorkommen, dass die nassen Haare gefrieren …

Blaue Lagune

Thermalbad Blaue Lagune

Das bekannteste Thermalbad Islands ist die Blaue Lagune. Ein Thermalbad, das selbst im menschenarmen Island grundsätzlich überfüllt ist und wo man deswegen inzwischen einen Platz reservieren muss. Aber wer einmal dort war, versteht warum. Das mineralhaltige Wasser ist gut für die Haut und lindert Leiden wie Schuppenflechte, außerdem werden Massagen, Masken und Dampfbäder angeboten. Ein Besuch der Blauen Lagune bietet also Wellness pur und die gigantische Aussicht kommt on top!

Gletscher Vatnajökull

Gletscher Vatnajökull

Der Vatnajökul ist der größte Gletscher Islands und der größte Europas außerhalb des Polargebietes. Ausgerüstet mit Steigeisen und Eisäxten kann man in geführten Touren über das weiß-blaue Eis des Gletschers wandern und dabei Eiskämme, Gletscherspalten und bizarre Eisformationen erkunden. Ein Erlebnis, das durch eine majestätische und atemberaubende Landschaft führt, die sich mit nichts vergleichen lässt.

Lavahöhlen erkunden

Winterliche Höhle

Im Winter verwandeln sich die Lavahöhlen, die sich unterhalb der alten Lavafelder befinden, in magische Eispaläste, in denen Eiszapfen von der Decke hängen und sich Säulen aus Eis am Boden aufgetürmt haben. Eine der bekanntesten ist die Leidarendi-Höhle, eine Lavaröhre, in der sich im Winter ganz natürliche faszinierende Eisskulpturen bilden, die die Höhle in eine Landschaft wie aus einer anderen Welt verwandeln.

Schnorcheln zwischen den Kontinentalplatten

Tauchen zwischen den Kontinentalplatten

Þingvellir ist ein Ort mit wichtiger geologischer Bedeutung, denn hier driften die nordamerikanische und die eurasische Kontinentalplatten auseinander, was man an den Felspalten und Rissen im Boden deutlich erkennen kann. Ein besonderes Highlight ist es im glasklaren (und wohlgemerkt nur wenige Grad kalten) Wasser des Flusses Silfra zwischen den Kontinentalplatten zu schnorcheln oder zu tauchen.

Reykjavik

Reykjavik

Wer genug hat von hat von Schnee, Eis und kalter Natur, der kann Reykjavik erkunden. In der Stadt gibt es unzählige Sehenswürdigkeiten und Museen. Zu einem der ausgefallensten Museen gehört mit Sicherheit das Phallusmuseum, in dem man über 280 Penisse aus der Tierwelt bestaunen kann. Wer es nicht ganz so anrüchig mag, kann auch wunderbar Shoppen oder Essen gehen – auch wenn sich nicht jeder an die dortigen Spezialitäten wie gammligen Hai wagt.

Geysire und Wasserfälle

Gefrorener Wasserfall Gullfoss

Und natürlich lohnen auch im Winter die Besuche der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten wie den Geysiren oder den Wasserfällen Skógarfoss, Gullfoss und Seljalandsfoss. Zum Teil sind die Wasserfälle zugefroren und bieten so ein einzigartiges Bild. Außerdem kann man im Winter tatsächlich das Glück haben, diese großartigen Sehenswürdigkeiten ganz in Ruhe und alleine besichtigen zu können, weil erst mildere Temperaturen und mehr Sonnenstunden den großen Touristenstrom wieder zum Fließen bringen.

Veröffentlicht am: 21 November 2017
Letzte aktualisierung: 21 November 2017
Autor: Charlotte Bodinek
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