Übernachten im Eis – Eishotel Jukkasjärvi

Ein Hotel ganz aus Eis und Schnee

Eingang Eishotel

Das Eishotel liegt in Jukkasjärvi, einem kleinen Ort in Nordschweden, etwa 200 Kilometer nördlich des Polarkreises. Im Dezember steigt hier die Sonne zeitweise gar nicht über den Horizont. Die Durchschnittstemperatur liegt im Dezember bei -12 Grad, an manchen Tagen werden aber auch gut und gerne mal die -30 Grad geknackt. Wer hier übernachten will, sollte sich also warm anziehen …

Das älteste Eishotel der Welt

Art Suite Eishotel

Das Eishotel Jukkasjärvi ist das älteste Eishotel der Welt. Entstanden war es 1990 mehr aus Zufall, als einige Besucher einer Eisskulpturenausstellung keinen Platz mehr im Hotel fanden und vom Veranstalter das Angebot bekamen, in dem Iglu zu übernachten, in dem die Ausstellung stattfand. Da die Gäste begeistert waren, wurde ein Jahr später ein Hotel aus Eis errichtet.

Jedes Jahr auf Neue

Eiskünstler bei der Arbeit

Jedes Jahr wird das Eishotel aufs Neue erschaffen. Ende Oktober wird mit dem Bau begonnen. Für den Bau des Hotels und der dazugehörigen Anlagen werden rund 30.000 Tonnen Schnee verbaut sowie gut 4.000 Tonnen Eis. Das Eis wird bereits im Frühjahr aus dem Fluss Torne gewonnen und ist aufgrund des sehr sauberen Wassers extrem klar. Über den Sommer wird es im Kühlhaus aufbewahrt und dann im Winter verbaut und in Skulpturen verwandelt.

Hotel, Kino und Kirche

Eiskirche

Im Eishotel gibt es rund 60 Schlafräume. Die einfachsten Zimmer sind Eiszimmer, ganz ohne Verzierungen. Die Suiten bieten zwar nicht mehr Luxus, aber sind deutlich faszinierender; sie sind mit Eisskulpturen und besonderen Details verziert. Neben den Zimmern gibt es eine imposante Eingangshalle und eine Bar. Außerdem gibt es eine Kapelle, sowie ein Kino und ein Eistheater, das dem Globe Theater in London nachempfunden ist und in dem klassische Theaterstücke aufgeführt werden.

Schlafen auf Eis

Art Suite

Auch die Betten bestehen aus Eis – zumindest zum Teil. Den Sockel bilden massive Eisblöcke, auf denen Lattenroste mit dicken Matratzen liegen. Zusätzlich werden die Matratzen mit Rentierfellen bedeckt und wer hier übernachten will, erhält noch einen Schlafsack, der Temperaturen bis -25 Grad standhält. Innerhalb des Hotels herrschen Temperaturen zwischen -5 und -7 Grad. Die sanitären Anlagen sind allerdings in einem separaten Gebäude untergebracht, in dem es angenehm warm ist.

In der Eisbar nur kalte Getränke

Eisbar

Seit 1994 gibt es im Eishotel auch eine Eisbar – The Fuzzy Chisel. Stühle, Tische, Theke, Gläser – hier ist alles aus Eis. Anders als im Hotel, wo überall kunstvolle Details und Skulpturen die Räume schmücken, ist die Eisbar ganz minimalistisch gestaltet, aus schlichten aber faszinierend klaren Eisblöcken. Die Idee der Eisbar ist auch nicht in Jukkasjärvi geblieben: Inzwischen gibt es auch in London und Stockholm Eisbars vom Eishotel.

Eiskalte Kirche

Heiraten in der Eiskirche

Auch eine Kirche gehört zum Eishotel und auch die Kirche ist natürlich komplett aus Eis und Schnee erbaut. Paare, die nicht zu verfroren sind, können sich hier trauen lassen. Gefeiert und gegessen wird dann allerdings im warmen Hotelrestaurant. Aber eine Hochzeitsnacht in einem Bett aus Eiskristallen ist mit Sicherheit auch unvergesslich.

Aktivitäten rund ums Hotel

Schlittenhunde-Tour

Ein Besuch des Eishotels lohnt nicht nur wegen des beeindruckenden Gebäudes, sondern auch wegen der zahlreichen Aktivitäten, denen man in der Umgebung nachgehen kann: Touren mit Schlittenhunden, Skilanglauf, Elchsafaris oder selbst Eisskulpturen gestalten – Outdoorfans kommen hier voll auf ihre Kosten. Und das Schöne an den langen Nächten ist: Es gibt unzählige Möglichkeiten die beeindruckenden Polarlichter zu beobachten.

Das Eishotel besuchen

Art Suite

Eine Übernachtung im Eishotel kostet je nach Zeitraum um Zimmer mehrere hundert Euro. Allerdings empfehlen die Betreiber des Hotels ohnehin nur eine Nacht im Eis, wer möchte, kann weitere Nächte im dazugehörigen normalen Hotel verbringen. Wem das zu teuer ist, der kann auch tagsüber das Eishotel besuchen, denn dann ist es zur Besichtigung geöffnet.

Veröffentlicht am: 22 November 2017
Letzte aktualisierung: 22 November 2017
Autor: Charlotte Bodinek
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